Mai 26 2008

Investitionsprogramm für Bildung = Subventionsgemauschel?

Wie das Leitmotto einer Handelskette für Elektronikartikel : “Laßt Euch nicht verarschen” schon sagt.
Man sollte alles einfach mal kritischer hinterfragen.

Bei Recherchen zum Thema Bildung und den dazu gehörigen Investitionsprogrammen für die Region Oberlahn, sind wir auf einen Artikel auf der Webseite von Holger Haibach (Bundestagsabgeordneter der CDU) gestossen.

Dort wird sich gerühmt, wieviel doch für seinen Wahlbezirk für Bildung, Forschung und Technik getan wird.
Insgesamt sind 1,5 Millionen Euro von über 90 Millionen aus dem Investitionsprogramm für Bildung und Forschung in den Hochtaunus und Oberlahn Bezirk gewandert.
Zitat:

Die Milupa AG wird mit 753.550 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Das Friedrichsdorfer Unternehmen ist seit mehr als 80 Jahren im Bereich der Säuglings- und Kleinkinderernährung tätig. Das Unternehmen, heute eine Tochtergesellschaft des holländischen Nahrungsmittelherstellers Numico, bietet Eltern und Kinder rund 130 Produkte – von Säuglingsnahrung und Milchbreien über Tees bis hin zu speziellen Produkten für Schwangere und Stillende. Rund 500 Mitarbeiter zählt das Unternehmen.

Das geförderte Projekt lautet „Wirkung von Oligo- und Polysachariden aus bakterieller und pflanzlicher Produktion auf Mikroorganismen“ aus dem Forschungsbereich der Nutrigenomik.

Diese Forschung untersucht, warum bestimmte Nahrungsmittel auf Menschen unterschiedliche Wirkung haben. Der noch junge Wissenschaftszweig versucht also, das Zusammenspiel zwischen Genen und Ernährung zu verdeutlichen. Genaue Ergebnis könnten die Grundlage einer maßgeschneiderten Ernährungsberatung werden. Der Projektzeitraum ist von Mai 2007 bis Ende April 2010 angegeben.

Zum ersten ist die Preisfrage, warum eine global tätige Firma wie die niederländische Numico (dem Unternehmen gehört nämlich Milupa), die alleine in 2006 einen Gewinn vor Steuern von 341 Millionen Euro erwirtschaftet hat, überhaupt subventioniert wird.
Zum zweiten werden die Ergebnisse dieser Forschung mit Sicherheit nicht der Allgemeinheit zugänglich sein, sondern in der verschlossenen Schublade des Unternehmens bleiben um damit wiederum Profit zu machen.

“Maßgeschneiderte Ernährungsberatung” - ja klar - dann bekommen wir unsere Produkte von Milupa, Danone und Co schön abgestimmt auf den zielgerichteten erneuten Kauf der tollen überteuerten Produkte.

Danone ist zu über 96 Prozent Aktieninhaber von Numico.

Nokia - ähh - Nachtigall ick hör dir trappsen.

Wenn man dann sieht, dass als kleines Beispiel, (von denen es sicher alleine hier im Wahlbezirk hunderte gibt) die Technikerschule in Weilburg für den Studiengang IT Kommunikation und Administration, noch nicht mal einen Lehrer für den Bereich “Microsoft” stellen kann, sollte man doch mal nachdenklich werden.

Auch die Versorgung von Computerarbeitsplätzen an deutschen Schulen ist katastrophal.

Vielleicht sollte mit der Nutzung von den ganzen Millionen mal an der Basis angefangen werden, anstatt milliardenschweren Unternehmen Geld in den Rachen zu werfen, von dem der Bürger letztendlich garnichts hat.

Ähnliche Artikel:

  1. KIDsCollege - Bildung mit Spaßfaktor

2 Kommentare zu diesem Artikel to “Investitionsprogramm für Bildung = Subventionsgemauschel?”

  1. Dagegenon 26 Mai 2008 at 23:41

    Die einzige Chance für den Konsumenten bleibt, sich zu informieren. Doch Information und Wissen bleiben leider nutzlos bzw. vakant, wenn diese nicht umgesetzt wird. Folglich kann die Umsetzung hier nur lauten: Produkte dieser Firmen nicht mehr konsumieren und Herrn Holger Haibach mit Email und Briefen zu überschütten, die ihn vielleicht inspirieren sein Handeln zu überdenken und zukünftige Subventionen und Steuergelder sinnvoller, z.B. in Bildung zu investieren. Leider schert sich der deutsche Standardpolitiker, gelinde gesagt, einen Dreck um die wahren Sorgen und Bedürfnisse seiner Wähler. Ganz im Sinne von Wirtschaft, Konsum und dem subversiven erzeugen von Ängsten, um die “Sicherheit” der Bürger auszubauen. Das dies auf Kosten von Privatsphäre und dem demokratischen, zunehmend utopischen Ideal der individuellen Freiheit geschieht, schluckt der Bürger am Besten in Form von bunten Produkten. Aber ich schweife ab…
    Was ich eigentlich sagen wollte: Widerstand

  2. Weilburg Bloggeron 27 Mai 2008 at 13:28

    Hallo Dagegen,

    man sollte zuerst noch erläutern, wer letztendlich die Entscheidung trifft, wer welchen Anteil am “Fördertopf” bekommt. Sicherlich wird jeder Bundestagsabgeordnete, der ja auch einen Wahlkreis vertritt, versuchen ein möglichst grosses Stück vom Förderkuchen für seinen Wahlbezirk abzuschneiden.

    Auch ist es sicher interessant zu recherchieren, wie das Verfahren der Finanzvergabe überhaupt läuft.

    Werden die “Bewerber” vorgeschlagen oder bewirbt sich jedes Unternehmen selbst um dieses Gelder.

    Erst dann könnte man Personen direkt in die Verantwortung ziehen.

    Weilburg Blogger

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar hinterlassen