Dez 30 2008

Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3)

Gepostet von Igelballprinzessin am 05:12 unter Frei gedacht

Um Gedanken vorwegzunehmen, die sicherlich in einigen Köpfen auftauchen werden, möchte ich gleich zu Beginn des Artikels sagen, dass selbiger (sowie die folgenden beiden) nicht in der Absicht verfasst wurde irgendwen zu missionieren. Ich möchte lediglich aufzeigen, wie einfach es ist, aus Paradoxien Logik zu machen, wenn man eine etwas undiszipliniertere Art zu denken an den Tag legt. Die Fragen gehen vom christlichen Standpunkt aus, welcher aber nicht vorausgesetzt ist um die Antwort nachzuempfinden.

Ich erhebe keinen Anspruch darauf Universaleinsichten zu haben. Der Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wider.

Ich habe mir Gedanken gemacht um folgende drei Fragestellungen, an denen sogar viele Christen scheitern:

  1. Kann ein allmächtiger Gott alles, nur nicht sich selbst seiner Allmacht berauben?
  2. Kann Gott seine eigene Existenz endgültig beenden?
  3. Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?

In diesem Artikel werde ich mich zunächst nur mit der ersten Frage befassen.

Stellen wir uns das ganze mal mithilfe von simpler Logik vor. Dazu möchte ich zunächst eine Art “Legende” aufstellen, weil meine Antwort durch eine kleine Darstellung etwas nachvollziehbarer wird. Sagen wir “X” ist der Zustand der Allmacht, “Y” der Zustand, nachdem er sich seiner eigenen Allmacht beraubt hat. Also X = vorher ; Y = nachher. Als Bezeichung für bestimmte Handlungen fungieren “a”, “b” und “c”. Hierbei ist “a” die Handlung an sich, die Allmacht wahlweise ein-/abzusetzen. “b” und “c” sind beliebige andere Handlungen. “f” steht für: “ist fähig dazu”, und “u” für: “ist unfähig”.

Also:

Zustand 1: X: a(f) ; b(f) ; c(f)

Zustand 2: y: a(f) ; b(u) ; c(u)

Man stellt fest: es ist weder unlogisch noch ungöttlich, wenn er sich selbst seiner Allmacht berauben kann. Im Urzustand kann er alles. Er macht sich also selbst “unallmächtig” und kann dann keine Handlungen mehr ausführen ausser jederzeit wieder in den Urzustand zurückkehren zu können. Im Reinzustand “Y” ist er also nicht allmächtig.

Daher: Ja, er kann sich seiner Allmacht berauben, indem er die Freiheit behält, sie jederzeit wieder einsetzen zu können. Nun könnte man sagen, er ist dann ja immer noch allmächtig, weil er ja wann immer er will seine Allmacht wieder herbeizaubern kann. Stimmt prinzipiell gesehen, doch logisch und gesondert betrachtet ist er eben im Reinzustand “Y” nicht mehr allmächtig. Die Frage stellt daher kein logisches Problem dar.

Schwierig wird es erst dann wenn man sich aus dem logischen Blickwinkel heraus fragt :”Kann Gott sich jeglicher Macht berauben?”

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2 Kommentare zu diesem Artikel to “Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3)”

  1. [...] vorherigen Artikel hätten wir also geklärt, ob Gott, seine Existenz angenommen, sich selbst bewusst seiner Allmacht [...]

  2. [...] Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3) [...]

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