Jan 02 2009
Drei paradoxe Fragen der Religion (3/3)
“Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?”
Jeder erkennt: Ein logisches Problem. Aber genauso unlogisch wie die Frage wird auch meine Antwort sein. Ich werde auch erklären, warum sie das sein muss. Nämlich weil Gott, nicht wie wir, an logische Gesetzte gebunden ist. Also warum immer nur schlüssige, logische und nachvollziehbare Theorien aufstellen?
Die Frage wird sehr gerne von Nicht-Christen und Atheisten dazu benutzt, um einen Beweise gegen die Omnipotenz Gottes zu bringen. Doch bei genauerem Hinsehen geht ihre Rechnung nicht auf, weil sie einen Denkfehler begehen, den sie aber begehen müssen, weil sie ja Nicht-Christen sind.
Meine Antwort: Er kann es. Und kann es gleichzeitig nicht.
Natürlich könnte man versuchen, es auf die Personifizierung von Gott zu übertragen, was aber schief läuft, weil Gott in seiner Gesamtheit nicht als Person gesehen werden kann. Jesus war zwar eine Person, doch auch er ist letztlich Teil der Dreifaltigkeit Gottes. Also klappt das nur, wenn man Gott nicht in seiner Ganzheit betrachtet.
Die berühmte “Steinfrage” als Gegenbeweis zur Omnipotenz Gottes funktioniert nur, wenn man Gott als gefangen in der uns bekannten Welt, mit den gültigen, logischen Gesetzten begreift. Folglich liegt hier der Denkfehler der argumentierenden Nicht-Christen. Nicht zuletzt können wir ja nicht ausschliessen, dass das ganze mit bestimmten Naturgesetzten möglich wäre, die wir einfach noch nicht kennen.
Ich finde es schon seltsam, dass man einem allmächtigen Gott, selbst als Nicht-Christ, nicht einmal zugesteht, auf multiple Logiksysteme zugreifen zu können.
Fazit: Er kann es und kann es nicht, weil er unlogisch sein darf, gemessen an den Maßstäben, gesetzt in der uns bekannten Welt.
Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3)
Drei paradoxe Fragen der Religion (2/3)
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