Jun 09 2009
Das Lügenmärchen vom unbenötigten Telefonanschluss
Update: Jetzt gibt es doch eine Lösung für die Bürger aus den Weilburger Ortsteilen an DSL zu kommen.
Via Satellit!
Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?
Kein Telekomanschluss nötig!
Na sicher - die großspurige Werbekampagne vom Provider 1und1, die aus objektiver Sichtweise nicht nur eng an der Grenze der Irreführung liegt, sondern weit darüber hinaus schiesst.
Wer glaubt ein blau, gelb oder grün uniformierter Mitarbeiter einer der Subsekten (auch Provider genannt) würde mit einer Kabeltrommel eine DSL Leitung zu ihrem Haus ziehen, der sollte sich schnell von diesem Traumgedanke verabschieden.
Wie sieht es denn in der realen Welt aus. Dem einen oder anderen dürfte der Begriff “letzte Meile” schon mal über den Weg gelaufen sein. Genau diese Meile ist das Netz der Telekom. Schon aus Bundespostzeiten seit eh und jeh gewesen. Die Geldabzweiger im Provideroutfit mieten lediglich die Leitungen der Telekom an und vermieten sie weiter. Thats it. Mehr passiert dort nicht. Aber wer keinen Telefonanschluss hat, der kann auch kein DSL Signal empfangen. Es sei denn er hat SkyDSL - aber das ist wieder eine andere Geschichte - und selbst dafür benötigt man zumindest eine analoge Leitung für den Upload. Wo kein Kabel liegt, da kann kein DSL Signal kommen. Die Wahrheit ist, sie bekommen nach einer Umstellung nur noch eine Rechnung von Ihrem Provider, weil der die Mietgrundgebühr mit der Telekom verrechnet. Also sie haben nur noch einen Ansprechpartner - und keinen Kontakt zum eigentlichem Netzbetreiber. Aber das ist sinngemäß eine komplett andere Baustelle.
Solange es funktioniert auch alles kein Problem. Die Probleme machen sich erst bemerkbar, wenn ein technisches Problem auftritt. Wenn ein solches Problem auftaucht, was eine Schaltung am Verteilerkasten oder einen Leitungsschaden betrifft, merkt man ganz schnell wie das System funktioniert.
Zunächst setzt man sich mit seinem Provider auseinander. Der versucht nun in den meisten Fälle den Kunden davon zu überzeugen, dass der Fehler auf seiner Seite liegt.Endlose Leitfadenableser in Callcentern versuchen einen mit Fragen wie z.B. “Haben sie die Fritzbox auch eingeschaltet?” in Schach zu halten. Bis die Meldung der Störung letztendlich wirklich beim Netzbetreiber eingeht und etwas unternommen wird, vergehen oft Tage.
Wer also vorher bei der Telekom technische Probleme hatte, der wird sie weiterhin haben - egal zu wem er wechselt. Der Irrglaube, mit einem Wechsel wäre alles behoben, wird einem nur fälschlicherweise über die Werbung transportiert. Lediglich Bewohner in Ballungszentren haben eine Ausweichmöglichkeit auf Kabelnetzanbieter, aber auf dem Land sieht es ein wenig anders aus. Für wenige Anschlüsse, die auf weit verbreitetem Gebiet liegen würden, reisst sich niemand der Geldflussabschöpfer den Allerwertesten auf. Das rechnet sich einfach nicht.
So sieht das aus mit der Privatisierung und den Vorteilen der freien Marktwirtschaft.
So manches mal hat auch die gute alte Staatshand und ihr Beamtengefolge ihre Vorteile.
Wenn das ganze jedoch so offensichtliche Irreführung ist, warum beschwert sich denn dann nicht zum Beispiel der Netzanbieter wie die Telekom darüber? Eigentlich ganz einfache Strategie - wenn ein Provider damit wirbt, dass kein Telekomanschluss nötig ist und den Kunden fängt, so ist die Telekom zumindest den “Quälgeist” erst mal los.
Denn wer springt denn auf ein solches Angebot? RICHTIG - DSL Kunden mit Problemen mit der Telekom. Aber wie bereits erwähnt, werden die Probleme auch hier nicht besser - man hat lediglich einen Prellbock vor den eigentlich Verantwortlichen sitzen, die das Problem lösen könnten, wenn sie denn wollten.
So bitter es sich auch anhört, aber sicherlich ist man in ländlichen Gegenden am besten bei dem rosa Riesen aufgehoben. Somit landet man bei Problemen zumindest fast an der Problemquelle und das auch noch kostenlos. Andere Anbieter besitzen ja zum Teil noch die Frechheit Geld für ihre technische Hotline und Störungsmeldung abzukassieren.
Diese Supporthotlinetortoure werden wir demnächst genauer beschreiben, denn sie war auch der Grund dafür, warum Weilburg-Online 10 Tage keine Artikel veröffentlicht hat. Wir hoffen die Mitarbeiter vom betroffenen Betreiber 1und1 lesen fleissig mit.
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