Jul 03 2009

Fairer Handel auch in Weilburg

Weltladen

Wenn die Länder des Überflusses den Entwicklungsländern gerechte Preise für ihre Produkte zahlen würden, könnten sie ihre Unterstützung und ihre Hilfpläne für sich behalten.

Was Dom Helder Camara, oder auch “Bischof der Armen”, hier festgestellt hat, ist stellvertretend für den Leitsatz des sogenannten “Fairen Handels“, der sich entwickelte, als man Anfang der 70er Jahre erkannte, dass südliche Länder im Welthandel entschieden benachteiligt werden. Somit entwickelte sich das Konzept einer partnerschaftlichen Handelsbeziehung mit Kleinproduzenten, welche u.a. von den sog. “Weltläden” aktiv ausgeführt wird, die meist von Vereinen und selbstorganisierten Freiwilligen betrieben werden.


Im rund 700 Läden in Deutschland, etwa 2500 in ganz Europa und tausenden Aktionsgruppen werden mittlerweile aromatischer Kaffe, pikante Gewürze, Schokolade und andere Lebensmittel, aber auch Geschenk- und Gebrauchsartikel wie Korbwaren, Spielzeug, Musikinstrumente und Schmuck zur fairen Preisen angeboten.

Der Faire Handel baut auf feste Grundlagen und Vorraussetzungen:

  • Sozial- und Umweltverträglichkeit (soziale Arbeitsbedingungen, um die Existenz der Produzenten zu sichern, höhere Erlöse für die Produzenten, Vorfinanzierung der Produktion/Ernte, finanzielle Förderung sozialer Verbesserungen)
  • Transparenz (Produzenten, Importeure und Weltläden geben Einblicke in: Zielsetzung, Arbeitsweise, Besitzverhältnisse, finanzielle Situation, Handelswege und Kriterien für die Auswahl der Handelspartner)
  • demokratische Strukturen (unabhängig von formalrechtlichen Strukturen haben Mitarbeiter ausreichend Mitbestimmungsrecht)
  • non-Profit-Orientierung (Gewinnmaximierung ist kein Ziel der Weltläden! Alle Erlöse werden für Gemeinschaftsaufgaben und Stärkung des Fairen Handels verwendet.)
  • Kontinuität (schafft Verlässlichkeit durch langfristige Lieferverträge, intensive Beratung zur Weiterentwicklung von Produkten oder interner Weiterbildung)
  • Informations- und Bildungsarbeit (zahlreiche Kampagnen & politische Aktionen)

Seit 1984 werden auch in Weilburg Waren aus dem Fairen Handel angeboten. 1996 öffnete der Weltladen “Regenbogen” seine Türen, der bis heute von ehremamtlichen Engagierten geführt wird, die nicht nur Informationsveranstaltungen und Aktionen außerhalb des Ladens organisieren, sondern ihre Kunden auch offen über Herkunft der Waren und die Produzenten, über die Preise und ihre Zusammensetzung und über die Vorteile bei den Menschen im Süden aufklären. Träger des Weilburger Weltladens ist der als gemeinnützig anerkannte Verein “Weltladen Regenbogen e.V.“.

Wenn ihr selbst ein Stück aktive Weltpolitik für mehr Gerechtigkeit betreiben möchtet, habt ihr zahlreiche Möglichkeiten. Vom regelmäßgen Einkauf abgesehen könnt ihr z. B. auch Mitglied im Trägerverin werden oder euch aktiv im Laden oder bei Aktionen und Veranstaltungen beteiligen.

Nähere Informationen erhaltet ihr hier:
www.weltladen.de
www.weltlaeden-hessen.de
www.weltladen-weilburg.de (Wir waren sehr überrascht über die Aktualität und Umsetzung der Homepage! Dort findet ihr auch Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten des Weilburger Weltladens.)

In Kürze folgen noch ein paar Fotos aus dem Weltladen “Regenbogen” in Weilburg.

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Ein Kommentar to “Fairer Handel auch in Weilburg”

  1. Inaon 10 Jul 2009 at 11:04

    Ich finde es gut das Fair Trade also der faire Handel immer mehr Zulauf und Kundschaft findet. Fairtrade ist eine wirklich gute Sache, da wirklich garantiert ist, das der Erzeuger einen gerechten Lohn erhält. Fair Trade sollte man auf jedenfall fördern, auch wenn es ein wenig teurer ist, als die “normalen” Produkte aus dem Einzelhandel.
    Weiter so!

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