Bauer Pepe und die Kuh Charlotte

[ad#jessen-250-square-left]Die Protagonisten meiner heutigen Geschichte sind Bauer Pepe und seine Kuh Charlotte (für die er bereits mehrere Auszeichnungen erhalten hat). Irgendwann begann Pepe sich Sorgen zu machen um seine Kuh. Selbst als sein Knecht Franz ihm versicherte, dass sie friedlich auf einer Weide grase, beruhigte ihn das nicht, denn er wollte sich nicht nur zu 99 %, sondern zu 100 % sicher sein. Er wollte also nicht glauben, dass es Charlotte gut geht, er wollte es wissen.

Er ging also hinaus und sah in der Ferne hinter den Bäumen ein schwarz-weißes Etwas, das er als Charlotte erkannte. Zurück am Hof berichtete er beruhigt, dass mit der Kuh alles in Ordnung sei. Aber weiß Bauer Pepe das wirklich?

Als sein Knecht Franz ebenfalls hinausging um nach dem Rechten zu sehen, fand er Charlotte schlafend in einer versteckten Senke, die Pepe vom Gatter aus gar nicht hätte sehen können! Außerdem entdeckte er ein großes schwarz-weißes Papier, das sich in einem der Bäume in der Ferne verfangen hatte.

Also Charlotte befand sich tatsächlich auf der Weide, genauso wie Pepe geglaubt hatte. Durfte er aber behaupten, dies zu wissen?

Die meisten denken, dass wir etwas wissen wenn:

  • wir glauben, dass es so ist;
  • wir einen relevanten, nachprüfbaren Grund für unsere Überzeugung haben
  • und sich dieser auch als wahr erweist

Im Fall von Bauer Pepe jedoch, waren alle diese Bedingungen erfüllt, trotzdem konnte er nicht behaupten, es zu wissen. Darauf sehen wir, dass wir wohl eine veränderte Definition von „Wissen“ brauchen. Obwohl Wissen auf gerechtfertigten, wahren Überzeugungen beruht, bedingen diese jedoch nicht das Wissen.

Viele Philosophen haben versucht, dieses Problem zu lösen. Manche erweiterten die Defnition einfach um den Punkt, dass Wissen nicht auf fälschlichem Glauben beruhen kann. (Das wirft die Frage auf, was denn dann „richtiger Glaube“ ist. Ist das nicht Wissen? ) Oder sie strichen die komplette Behauptung und ermöglichten auch ein Wissen ohne Glauben. Oder sie machten Wissen nicht nicht vom Glauben abhängig, sondern von der sogenannten „Akzeptanz“.
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Dieses Problem der absoluten Gewissheit stellt die Basis für einen großen Teil der alten, griechischen Philosophie, die von Descartes auf den Punkt gebracht wurde. Er glaube die Antwort gefunden zu haben, indem er sich auf die Gewissheit seiner eigenen Existenz als denkendes Wesen berief. Diese definiert sich durch den berühmten Ausspruch „Cogito, ergo sum.“ (Ich denke, also bin ich) Das war nach seiner Ansicht auch etwas, das er mit Sicherheit wusste und nicht nur glaubte.

Wie man sieht ein umstrittenes Thema, bei dem ich auch nicht unbedingt eine Antwort bieten möchte. Letztlich läuft es wieder auf die Definitionsfrage hinaus.

Ich weiß nur eines … dass ich glaube zu wissen.

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