Archiv für das 'Ober wichtig!' Thema

Jan 18 2012

SOPA Protest - Wikipedia offline

stop-sopa-jetzt

In den USA wurde am 26.10.2011 vom Abgeordneten Lamar S. Smith und einer Gruppe von 12 Unterstützern im US-amerikanischen Repräsentantenhaus der Gesetzentwurf Stop Online Piracy Act (SOPA), auch bekannt unter dem Kürzel H.R. 3261 eingebracht. Das Gesetz soll es amerikanischen Urheberrechtsinhabern ermöglichen, die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte wirksam zu verhindern.
Was bedeutet der SOPA für das Internet?

Das Gesetz würde es dem US-Justizministerium und Urheberrechtsinhabern erlauben, gerichtliche Verfügungen gegen die Betreiber von Internetseiten zu beantragen, die einen Verstoß gegen das US-amerikanische Urheberrecht darstellen. Den Zweck der Maßnahme wählt der Antragsteller. Zum Beispiel kann eine Verfügung Werbeagenturen und Bezahldiensten die Zusammenarbeit mit Inhabern betroffener Internetseiten untersagen und so das Tätigen weiterer Geschäfte verhindern.

Auch das Anzeigen der Internetseite in Suchmaschinen könnte blockiert werden. Durch das Gesetz würde das Herunterladen geschützter Inhalte zu einer schweren Straftat. Denjenigen Internetprovidern, die gegen vermutlich rechtswidrige Internetseiten vorgehen, würde Straffreiheit gewährt. Gleichzeitig würde jeder Urheberrechtsinhaber, der wissentlich falsch darstellt, dass eine Internetseite dementsprechende Gesetzesverstöße begeht, hierfür strafrechtlich belangt werden.

SOPA ermöglicht es jedem Rechteinhaber, von Bezahldiensten unter Verweis auf angebliche Rechtsverstöße die Einstellung der Weiterleitung von Geld an Websites bzw. ihre Betreiber zu verlangen. Sollte ein Bezahldienst dieser Aufforderung nicht Folge leisten, läuft er Gefahr, für angebliche Vergehen der betroffenen Website haftbar gemacht zu werden. Dieses Reglement lädt zu Missbrauch ein und gefährdet die wirtschaftliche Existenz von Websites. Ein Gericht muss hierfür nicht bemüht werden – es genügt der Verdacht.

Die englischsprachige Wikipedia wird heute ab 6:00 Uhr aus Protest gegen dieses Vorhaben für 24 Stunden abgeschaltet. Auch die deutschsprachige Wikipedia ist vom Gesetzesvorhaben betroffen. Wie viele andere Websites auch macht Wikipedia klar:

Das Internet darf nicht zensiert werden!

Weiterhin sieht SOPA Netzsperren vor, die durch die DNS-Server vollzogen werden.
Was bedeutet das?

(DNS-Server sind sozusagen das Telefonbuch des Internets: Domainnamen wie „de.wikipedia.org“ sind ohne DNS-Server nicht zugänglich.) Eine Störung der DNS-Server macht die Websites für den Großteil der Internetnutzer unerreichbar und gefährdet die Sicherheit des DNS-Systems. Im ungünstigsten Fall könnte der Zugriff auf Wikipedia durch eine Netzsperre in den USA eingeschränkt werden. Quelle: Wikipedia

Selbst das verlinken auf eine Seite, die gegen ein Urheberrecht verstößt, könnte nach dem Gesetzentwurf mit einer DNS Sperre bestraft werden. Jetzt werden viele sagen: Was geht mich das an, was die USA macht. Erstens ist ein Hauptteil der Internetstruktur in den USA und zweitens werden diese Gesetze auch in Brüssel diskutiert um SOPA weltweit zu installieren.

Hier ein kleines Fallbeispiel für diejenigen denen das Ganze zu technisch und nicht greifbar ist, welche Auswirkungen SOPA auf unser Internet haben würde:

Die Webseite der Stadt Weilburg www.weilburg.de verweist auf oberlahn.de. Nun taucht bei oberlahn.de auf irgendeiner x-beliebigen Unterseite eine Grafik auf, bei der die Quellangabe vergessen wurde. Somit hätte der Urheber der Grafik die Möglichkeit nicht nur die Seite Oberlahn.de vom Netz nehmen zu lassen, sondern auch die von weilburg.de, weil diese auf eine urheberrechtsverletzende Seite verweist. Noch drastischer wäre das Beispiel eines Linkverweises auf Wikipedia. Taucht auf irgendeiner der Millionen von Webseiten von Wikipedia eine Urheberrechtsverletzung auf, macht sich der Seitenbetreiber der verlinkenden Seite, beispielsweise weilburg.de, strafbar und muß mit einer solchen DNS Sperre rechnen, d.h. weilburg.de wäre nicht mehr im Internet erreichbar.

Die Wikipedia beteiligt sich an den Protesten gegen den SOPA. Weitere Unternehmen und Internetgrößen wie AOL, der Creative Commons Foundation, eBay, der Electronic Frontier Foundation, Facebook, Google, Human Rights Watch, der Internet Foundation, Kaspersky, Mozilla, Reporter ohne Grenzen, Twitter und Yahoo lehnen SOPA ab.

Witzigerweise wurde der “Vater des SOPA Gesetzentwurfes” Lamar S. Smith selbst erst vor ein paar Tagen des Urheberrechtsverstoßes überführt.

Auch Weilburg-Online sagt:

NEIN zu SOPA

- Wir brauchen weder neues Futter für geldgierige Abmahnanwälte noch ein paar US Cowboys, die unser Internet zensieren wollen.

Bildquelle: http://thisismyjoystick.com

Jetzt Kommentar hinterlassen

Dez 23 2011

Weilburger Märchenerzähler und die DSL Geschichte

Dreister geht es eigentlich gar nicht, oder doch?

Das DSL Märchen scheint wieder einen Schritt weiter gekommen zu sein. Bereits im März diesen Jahres wurde bei einem Pressegespräch im Weilburger Rathaus vollmundig verkündet: Die unterversorgten Weilburger Ortsteile bekommen bis zum Ende des Jahres endlich DSL!
Das Jahr ist fast zu Ende. Was hat sich getan in Punkto DSL? Richtig! Noch weniger wie nichts, nämlich garnichts!

Auf Anfrage bei der Firma OR Network seitens Weilburg Online im August 2011 war von einem angeblichem Auftrag der Stadt Weilburg nichts bekannt. Es wurde lediglich ein Angebot von OR-N abgegeben,  auf das bis zum Zeitpunkt unserer Anfrage noch nicht mal reagiert wurde. Laut OR Network ist man auch bis Ende 2012 mit Aufträgen und Ausbauarbeiten von anderen Gemeinden ausgelastet. Das war vor 4 Monaten. D.h. das Zeitfenster, wann nun die Ortsteile wirklich DSL bekommen, schiebt sich noch weitere Monate nach hinten. Bei einer anonymen Anfrage im Weilburger Rathaus wurden jedoch die Aussagen des Pressegesprächs vom März kommuniziert. Angeblich ist alles am Laufen. Nur wußte bei der Firma OR-Network niemand etwas davon.

Und was muß man nun in der FNP lesen?

Da strahlen doch die Herren aus der Weilburger Chefetage lustig in die Kamera. Wieder mal stolz in der Zeitung zu sein und etwas tolles geleistet zu haben. (FNP Bericht)
Doch was wurde da beim lustigen “Stelldichein” überhaupt unterzeichnet? Ein Vertrag mit der Firma OR-Network zur DSL Versorgung per Funklösung. Aha! Jetzt - 2 Tage vor Weihnachten. Angeblich ist doch alles am Laufen und die Verträge wurden doch nach Aussagen aus dem “Hohen Herren Haus” schon im März festgezurrt. Also irgendwie muß man sich da schon fragen, ob man hier nicht mutwillig veräppelt wird. Hauptsache die Bürger bei der Stange halten. So tun als ob man sich anstrengt, wirklich etwas zu tun. Dreisterweise zu PR Konferenzen einladen und dort einen Mumpitz verbreiten, dass sich die Balken nur so biegen. Aber jetzt ist ja alles gut. Angeblich soll ja nun bis Herbst 2012 dann vielleicht auch DSL da sein. Klar - wer’s glaubt wird seelig und wer nicht -naja der kommt vielleicht auch so in den Himmel. Also wer wirklich in den betreffenden Ortsteilen zeitnah DSL haben möchte, bzw. haben muß weil die Kinder das Internet schon alleine für die Schule benötigen, der sollte sicherheitshalber auf die SKY DSL Lösung für Weilburg zurück greifen. Hier hat man zwar die Anschaffungskosten für die Empfangsschüssel, aber ist ab dann Ortsunabhängig. Selbst bei einem Umzug kann man den Vertrag beibehalten, denn das DSL, das vom Himmel kommt, geht überall. Die Kosten liegen noch unter den monatlichen Gebühren für ein Funknetz und schneller ist es auch. Zumindest schneller im Haushalt der betreffenden Bürger.

Jetzt Kommentar hinterlassen

Dez 16 2011

Oberlahn.de und Weilburg Online tauschen die Rollen

Google Pagerank

…zumindest was den Pagerank angeht.

Nach dem letzten Pagerank Update von Google wurde oberlahn.de abgewertet und hat nunmehr nur noch einen PR3. Weilburg Online hingegen wurde mit einem PR4 belohnt. Witzigerweise hat man bei oberlahn.de ein komplettes Team und neuerdings auch einen Marketingleiter, der sich um die Plattform kümmert. Hilft aber alles nichts, wenn dort scheinbar in Punkto Internet unwissende Leute herum hantieren.

Hat man doch vor einiger Zeit, nachdem Twitter schon längst wieder für die breite Masse und vor allem für Google uninteressant ist, einen Twitteraccount angelegt. Bringt natürlich nichts, wenn dieser nicht gepflegt wird und niemand in der Lage ist, die Meldungen dort direkt einzustellen. Tools gäbe es dafür zu genüge. Aber erkläre einem Elefanten, was ein Porzellanladen ist und das er dort nicht umher stolpern soll. Erfolgreich ist der Twitteraccount ohnehin nicht. Mit 52 Followern ist da nicht viel Interesse zu sehen. Dazu steht im Vergleich Weilburg Online mit dem 10-fachen an Followern gegenüber, obwohl hier schon wirklich lange nichts passiert ist. Vorallem hat dort niemand verstanden, dass Twitter, Facebook und sonstige Kanäle 2 Wege Systeme sind. Input - Output - und wenn niemand auf Reaktionen der User reagiert, dann ist der ganze Versuch im web 2.0 mitzumischen völlig witzlos. Bei Facebook macht man nun auch mit. Sinnvoll - vor allem, wenn man sich damit dem Risiko aussetzt gegen Recht und Gesetz zu verstossen. Zumindest in Schleswig Holstein sieht man das so - und sicher ist es nur eine Frage der Zeit, wann dieser Schmarrn auch bundesweit diskutiert wird. Kann man nur hoffen, dass wenn es soweit ist bei den Oberlahnern auch jemand etwas davon mitbekommt ;)

Auch die beiden anderen Weilburger Webportale wurden bei dem Pagerank Update herunter gestuft. Die Weilburger Nachrichten mit einem PR2 und der Oberlahn Express ebenso mit einem PR2.
Der große Nachteil an dieser Sache ist, dass ein hoher Pagerank auch die Backlinkjäger und Massenspammer auf den Plan ruft. Seitdem Weilburg Online hochgestuft wurde, haben sich die Spamkommentare verzehnfacht. Alleine in den letzten 4 Wochen wurden alleine 4800 Spamkommentare geblockt. Diese Tatsache ist natürlich nicht so erquickend, aber mit dem PR Update können wir gut leben ;)

Bildquelle: Alexander Klaus / pixelio.de

2 Kommentare zu diesem Artikel

Jul 27 2011

zwitscherklub.de und zwitscherklub bei twitter

Zwitscherklub - wtf?

Zwitscherklub - bei Google ganz oben

Diese Frage haben wir uns wirklich gestellt, als wir die Grafik vom Zwitscherklub gesehen haben.
Die Grafik stammt aus einem Angebot einer spezialisierten SEO Agentur für Versicherungsmakler. Hier soll dargestellt werden, wie gut die SEO Arbeit doch klappt und der Twitteraccount vom Zwitscherklub bei Google rankt. Weiterhin wird natürlich auch auf die dringende Notwendigkeit eines Twitteraccounts hingewiesen.

Wow - haben wir uns gedacht.

Auf Platz 1 zum Keyword Zwitscherklub - und das bei wahnsinnigen 1.250 Ergebnissen.

Mal abgesehen davon, dass dort noch weitere “zuverlässige” Indikatoren für die erfolgreiche Arbeit des Anbieters per Grafik dargestellt werden, wird aber auch in keinster Weise erwähnt, dass Twitterergebnisse garnicht mehr bei Google im oberen “Newsbereich” gelistet werden. Dazu kommt, dass der Screenshot belegt, dass aus einem Googleaccount Login Bereich heraus gesucht wurde, denn dort werden die selbst favorisierten Seiten sowieso als erste Ergebnisse angezeigt. Man beachte auch auf der Grafik den Zusatz: Sie haben das geteilt. Genau das belegt die vorangegangene Erklärung. Aber vielleicht ist es dem SEO Spezialist auch selbst noch garnicht aufgefallen. Kann ja passieren - die Versicherungsmakler haben ja sowieso keinen Plan - denen kann man sowas noch unterjubeln.

Aber mal unter uns “Experten” - wer zu einem erfundenem Kunstnamen wie Zwitscherklub mit der passenden TLD Domain (zwitscherklub.de) sowie dem genauen Twitter Account Namen (twitter.com/zwitscherclub) nicht on Top gelistet wird, hat sowieso etwas komplett falsch gemacht. Aber wieso steht die eigentliche TLD nicht auf Platz 1?

Aber das Beste an der Beschreibung ist der Hinweis, dass das mit jedem Keyword so funktioniert. Auf das Ergebnis für das Keyword Versicherung müßte man gespannt sein ob diese Versprechung da auch eingehalten werden kann.
Mal schauen wo wir mit unserem Bericht zum Zwitscherklub landen. Wird sicherlich interessant.

Aber wir wollen uns nicht zuviel Mühe geben, sonst muß der SEO Anbieter nachher noch seine PDF Grafik ändern ;)

Bitte unterlassen Sie aus diesem Grund folgende Dinge:

Diesen Artikel auf keinen Fall kommentieren, teilen, bookmarken, sharen oder in sonst irgend einer Art und Weise verlinken.
Keine Verteilung bei twitter, facebook oder sonstigen Networks.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

4 Kommentare zu diesem Artikel

Jun 30 2011

Was ist los in diesem Land?

Diese Frage kann man eigentlich so im Raum stehen lassen. Was ist los in diesem Land?
Die Bandbreite bringt es auf den Punkt.

Ein Kommentar vorhanden

Next »