Okt 01 2009
The POLYCORNS im Interview
Ich habe die große Aufgabe übernommen, mich nach frischen, interessanten und begabten Künstlern umzusehen, und bin bei meiner Suche bei den POLYCORNS hängengeblieben. Caleb Campbell - einer der beiden Jungs - hat sich die Zeit genommen, uns ein kleines Interview zu geben, in dem er u.a. verrät, warum er grundsätzlich etwas gegen die Musik aus dem Radio hat …
Die Musik ist garantiert nicht jedermanns Stil - wer jedoch das Individuelle und Neuartige liebt, wird hier eventuell eine neue Lieblingsband kennenlernen.
Hier unser Interview:
WO: Wolltest du schon immer professionell Musik machen?
TP: Meine Familie hat mein Leben lang alles begrüßt und gefördert, was irgendwie mit Musik zu tun hatte. Außerdem wollte ich auch mal Filmproduzent werden. Und nicht zu vergessen der ewig beliebte Astronaut ..
WO: Stell dir vor, die Welt geht unter. Welchen Song von welchem Künstler würdest du retten, um ihn für die Nachwelt zu bewahren?
TP: Wow, eine sehr epische Frage. Nicht leicht zu beantworten … ich könnte mir einen Künstler vorstellen, den man in Millionen von verschiedenen Szenarien festhält … von Niel Young bis Deerhoof.
WO: Wo nimmst du die Ideen für deine Songs her?
TP: Normalerweise entsteht ein Song, wenn ich vollkommen in einem Rhythmus oder Akkord von der Gitarre oder dem Klavier eintauche. Ich sitze dann stundenlang einfach nur da und probiere alle möglichen verschiedenen Varianten davon aus, was unglaublich viel Spaß macht. Nach ein paar Tagen ist der Song dann einfach da, manchmal passiert es phasenweise - dann mal wieder ganz schnell.
WO: Was unterscheidet eure Musik vom typischen Radio-Mainstream?
TP: [lacht] Naja, ich denke, dass genau diese “radio-freundliche” Musik ganz viel zur Zerstörung der Radiokultur beiträgt. Es sind die Firmenchefs der größten Labels, die alle zusammenarbeiten und entscheiden, was sich am besten verkaufen wird … dadurch geht die komplette Musikentwicklung verloren. Sie geht nicht nur verloren, sondern wird gefördert von einer Truppe Menschen, die gar nicht weiß, wie beschissen die Musik ist, die sie da im Radio hören. Von klein auf wird den Menschen schon beigebracht, wie man den kleinen Kerl im Keller ignoriert, der seine eigene musikalische Revolution macht. Ich hoffe wirklich, dass mehr Menschen aufwachen und realisieren, dass das, was jetzt “Indi Musik” genannt wird, das sein wird, was die Menschen in vielen Jahrzehnten einstudieren werden - und nicht die One Hit Wonder aus dem Radio. Das ganze Zeug hört sich doch alles gleich an … schlecht.
WO: Glaubst du an so etwas wie wahre Liebe?
TP: Ja und nein. Es kann nur dann wahre Liebe sein, wenn beide Beteiligten zur gleichen Zeit auf der gleichen Wellenlänge sind.
WO: Wie würdest du deine Musik in drei Worten beschreiben?
TP: Frühstück, Mittagessen, Abendbrot
WO: Welches Gefühl kommt am intensivsten in euren Songs rüber?
TP: Das kommt auf den Song an und auf den, der ihn hört. Ich persönlich halte nichts davon, Menschen zu erklären, was bei einem Song rüberkommen soll. Denn wenn diejenigen den Song hören, werden sie sich ja doch eigene Gedanken darüber machen. Und die möchte ich ihnen nicht nehmen. Das ist wie bei einem Gemälde. Man interpretiert es irgendwie und ist sich niemals mit anderen einig über Gefühle und Bedeutungen. Daher liegt jeder richtig, mit dem, was er sagt.
Hier könnt ihr das Album “Goldfish Graveyards” der POLYCORNS downloaden. Natürlich gibt es auch einzelne Songs zum Download.
Einfach mal reinhören:
Interview geführt von C. Wahr
















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