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Drei paradoxe Fragen der Religion (3/3)

[ad#jessen-250-square-left]Heute widme ich mich der wohl schönsten, aber auch kompliziertesten der drei Fragen.

„Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?“

Jeder erkennt: Ein logisches Problem. Aber genauso unlogisch wie die Frage wird auch meine Antwort sein. Ich werde auch erklären, warum sie das sein muss. Nämlich weil Gott, nicht wie wir, an logische Gesetzte gebunden ist. Also warum immer nur schlüssige, logische und nachvollziehbare Theorien aufstellen?

Die Frage wird sehr gerne von Nicht-Christen und Atheisten dazu benutzt, um einen Beweise gegen die Omnipotenz Gottes zu bringen. Doch bei genauerem Hinsehen geht ihre Rechnung nicht auf, weil sie einen Denkfehler begehen, den sie aber begehen müssen, weil sie ja Nicht-Christen sind.

Meine Antwort: Er kann es. Und kann es gleichzeitig nicht.

Natürlich könnte man versuchen, es auf die Personifizierung von Gott zu übertragen, was aber schief läuft, weil Gott in seiner Gesamtheit nicht als Person gesehen werden kann. Jesus war zwar eine Person, doch auch er ist letztlich Teil der Dreifaltigkeit Gottes. Also klappt das nur, wenn man Gott nicht in seiner Ganzheit betrachtet.

Die berühmte „Steinfrage“ als Gegenbeweis zur Omnipotenz Gottes funktioniert nur, wenn man Gott als gefangen in der uns bekannten Welt, mit den gültigen, logischen Gesetzten begreift. Folglich liegt hier der Denkfehler der argumentierenden Nicht-Christen. Nicht zuletzt können wir ja nicht ausschliessen, dass das ganze mit bestimmten Naturgesetzten möglich wäre, die wir einfach noch nicht kennen.
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Ich finde es schon seltsam, dass man einem allmächtigen Gott, selbst als Nicht-Christ, nicht einmal zugesteht, auf multiple Logiksysteme zugreifen zu können.

Fazit: Er kann es und kann es nicht, weil er unlogisch sein darf, gemessen an den Maßstäben, gesetzt in der uns bekannten Welt.

Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3)

Drei paradoxe Fragen der Religion (2/3)

Drei paradoxe Fragen der Religion (2/3)

[ad#jessen-250-square-left]Im vorherigen Artikel hätten wir also geklärt, ob Gott, seine Existenz angenommen, sich selbst bewusst seiner Allmacht berauben könnte. Die zweite Frage ist sicher nicht sehr umfangreich, was ihre Antwort betrifft, weil sie aus christlicher Sicht eindeutig ist, aus nicht-christlicher Sicht keinen Sinn ergibt.

Zur Erinnerung – die Frage lautete:

Könnte Gott seine eigene Existenz endgültig beenden?

Da hier eine Beantwortung aus nicht-christlicher Sicht wie bereits erwähnt ziemlich sinnfrei wäre, antworte ich dieses mal rein aus meinem christlichen Bewusstsein heraus.

Die Lösung ist eigentlich ganz simpel: Ja, könnte er! Aber warum sollte er das tun?

Erstens ist Gott kein kleines Kind, das willkürlich mit seinem Spielzeug in der Gegend herumwirft und nach Lust und Laune sein Konzept umschmeisst, noch ist er suizidal. Er hat seit Beginn einen Plan und wird keine Handlungen vornehmen, die er für nicht sinnvoll erachtet. Warum auch, das tun wir Menschen ja auch nicht.

Wenn er sich wirklich selbst auslöschen würde, würde seine ganze Schöpfung vor die Hunde gehen. Seine große Schöpfung, für die er so viel Zeit investiert hat und die er ja auch liebt. Daher würde er sie niemals sich selbst überlassen.

Warum sollte ein Autor ein großartiges Buch schreiben, daran feilen und arbeiten, bis es ihm gefällt, und es dann verbrennen oder wegwerfen? Denn das würde er tun – uns unseren Abgründen überlassen.

Und woher weiß ich das so genau?
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In erster Linie weiß ich es gar nicht. Ich kann mich nur auf das stützen, was ich wahrnehme.

Fazit also: Ja, er könnte seine Existenz beenden, aber es gibt nicht den Hauch eines Grundes für ihn so zu handeln, weil sonst überall Chaos ausbrechen würde.

Drei paradoxe Fragen der Religion (1/3)

[ad#jessen-250-square-left]Um Gedanken vorwegzunehmen, die sicherlich in einigen Köpfen auftauchen werden, möchte ich gleich zu Beginn des Artikels sagen, dass selbiger (sowie die folgenden beiden) nicht in der Absicht verfasst wurde irgendwen zu missionieren. Ich möchte lediglich aufzeigen, wie einfach es ist, aus Paradoxien Logik zu machen, wenn man eine etwas undiszipliniertere Art zu denken an den Tag legt. Die Fragen gehen vom christlichen Standpunkt aus, welcher aber nicht vorausgesetzt ist um die Antwort nachzuempfinden.

Ich erhebe keinen Anspruch darauf Universaleinsichten zu haben. Der Artikel spiegelt meine persönliche Meinung wider.

Ich habe mir Gedanken gemacht um folgende drei Fragestellungen, an denen sogar viele Christen scheitern:

  1. Kann ein allmächtiger Gott alles, nur nicht sich selbst seiner Allmacht berauben?
  2. Kann Gott seine eigene Existenz endgültig beenden?
  3. Kann Gott einen Stein erschaffen, den er selbst nicht hochheben kann?

In diesem Artikel werde ich mich zunächst nur mit der ersten Frage befassen.

Stellen wir uns das ganze mal mithilfe von simpler Logik vor. Dazu möchte ich zunächst eine Art „Legende“ aufstellen, weil meine Antwort durch eine kleine Darstellung etwas nachvollziehbarer wird. Sagen wir „X“ ist der Zustand der Allmacht, „Y“ der Zustand, nachdem er sich seiner eigenen Allmacht beraubt hat. Also X = vorher ; Y = nachher. Als Bezeichung für bestimmte Handlungen fungieren „a“, „b“ und „c“. Hierbei ist „a“ die Handlung an sich, die Allmacht wahlweise ein-/abzusetzen. „b“ und „c“ sind beliebige andere Handlungen. „f“ steht für: „ist fähig dazu“, und „u“ für: „ist unfähig“.
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Also:

Zustand 1: X: a(f) ; b(f) ; c(f)

Zustand 2: y: a(f) ; b(u) ; c(u)

Man stellt fest: es ist weder unlogisch noch ungöttlich, wenn er sich selbst seiner Allmacht berauben kann. Im Urzustand kann er alles. Er macht sich also selbst „unallmächtig“ und kann dann keine Handlungen mehr ausführen ausser jederzeit wieder in den Urzustand zurückkehren zu können. Im Reinzustand „Y“ ist er also nicht allmächtig.

Daher: Ja, er kann sich seiner Allmacht berauben, indem er die Freiheit behält, sie jederzeit wieder einsetzen zu können. Nun könnte man sagen, er ist dann ja immer noch allmächtig, weil er ja wann immer er will seine Allmacht wieder herbeizaubern kann. Stimmt prinzipiell gesehen, doch logisch und gesondert betrachtet ist er eben im Reinzustand „Y“ nicht mehr allmächtig. Die Frage stellt daher kein logisches Problem dar.

Schwierig wird es erst dann wenn man sich aus dem logischen Blickwinkel heraus fragt :“Kann Gott sich jeglicher Macht berauben?“