Apr 12 2010
Regelsatzberechnung für Hartz4
Dann möchten wir Sie hier kurz aufklären.
Als Berechnungsgrundlage dienen zunächst die ärmsten Einpersonenhaushalte.
Die Berechnung des Hartz-IV-Regelsatzes basiert nämlich auf einem sogenannten Statistikmodell.
Das nach Nettoeinkommen ärmste Fünftel der Einpersonenhaushalte aus einer Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes von 2003 wird als Grundlage herangezogen.
Damals wurde ein Regelsatz von 345 Euro festgelegt. Aufgrund der Koppelung an die Entwicklung der Einkommen und Renten erhöhte sich der Satz in den letzten Jahren um unglaubliche 14 Euro auf aktuell 359 Euro. Dass sich in den 7 Jahren die Lebenshaltungskosten immens erhöht haben spielt hier keine Rolle. Die Stichprobe von 2003 ist immer noch bindend, weil die jüngsten Daten von den Statistikern erst im laufenden Jahr 2010 ausgewertet werden können.
Der Hartz-IV-Regelsatz beträgt derzeit :
- für einen Volljährigen 359 Euro pro Monat.
- für den Partner des sogenannten Haushaltsvorstands 90 Prozent des Regelsatzes.
- Kinder bis zum sechsten Lebensjahr - 215 Euro (60 Prozent).
- Kinder bis 14 Jahre 251 Euro (70 Prozent).
- Kinder bis zur Volljährigkeit 287 Euro (80 Prozent).
Alleinerziehende haben einen Anspruch auf einen Mehrbedarfszuschlag.
Bezieher von Hartz IV erhalten darüber hinaus einen Wohn- und Heizkostenzuschuss, orientiert am ortsüblichen Durchschnitt. Außerdem darf die Wohnung je nach Mitgliederzahl der Bedarfsgemeinschaft eine bestimmte Größe nicht übersteigen.
Insgesamt sollen mit dem Regelsatz alle Bedürfnisse gedeckt sein. Einmalleistungen gibt es nur noch in Ausnahmefällen wie z.B. Erstausstattungen bei Neugründung eines Haushalts, Behinderung oder besonderer kostenaufwändiger Ernährung oder bei Schwangerschaft und Geburt.
Wie werden denn nun die Ausgaben eines solchen armen “Muster-Einpersonenhaushalts” festgelegt?
Bei der Berechnung werden die Ausgaben in verschiedene Kategorien unterteilt. Hier wird bei jeder Kategorie ein gewisser Anteil auf den Regelsatz übertragen.
Festgelegt wird das Ganze vom Bundesarbeitsministerium.
Hier nun mal eine schöne Aufstellung, die dann doch so einige Fragen an die Damen und Herren aus der Politik aufwerfen.

Wenn man sich nun die einzelnen Punkte so anschaut, dann fragt man sich wirklich, was hier noch sozial ist. Besonders interessant, wo das Bundesarbeitsministerium besonders einspart. Erschreckend genug, dass zum Beispiel für Bildung nur 7 Euro im Monat übrig sind. (Darunter fallen auch schon Fachzeitschriften, wenn man sich in seinem ehemaligen Berufsfeld auf dem laufenden halten will). Das selbst dieser Kleinstbetrag zu 0 Prozent anerkannt wird ist schon ein Hohn. Auch im Bereich Kultur wird kräftig abgezogen. Die Mobilität wird im Monat mit ganzen 16 Euro angerechnet.
Wenn man speziell diesen Bereich auf Weilburg projeziert, dann bekommen betroffene Personen im Innenstadtgebiet noch nicht mal die Fahrtkosten für den Bus zusammen um einmal pro Woche zum Einkauf in die “Industriegebiete” zu gelangen. Und wenn man mal zum Arzt muss - dann sollte man sich entscheiden - entweder den Einkauf 2 km durch die Gegend schleppen - oder den Berg ins Krankenzentrum erklimmen. Beides ist finanziell in Sachen Mobilität nicht drinne. Versuchen Sie mal, sich in der Weilburger Innenstadt anderweitig zu versorgen. Viel Spaß!
Der Energiekostenanteil, der in den Wohnkosten verwurstelt ist, wird gerade mal mit 8 % anerkannt. Lächerlich, wenn man bedenkt, dass gerade in der heutigen Zeit die Stromrechnung einer der grössten Faktoren in einem Haushalt sind. Tendenz steigend, oder glauben Sie daran, dass die Energiekosten langfristig fallen?
Gut - die Kategorie Bekleidung wird zu 100% gedeckt. Aber bei der Überlegung, dass die Grundlage 34 Euro sind und man für ein Kind sowieso nur max. 70% erhält, dann möchte ich doch bitte mal sehen, wie unsere Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ihre Kids mit 23,80 Euro im Monat einkleidet. Kinder haben eben in dieser Zeit einen hohen Verschleiß und gerade dieser Zeitraum ist auch die Wachstumsphase, in der man den Sprösslingen beim “aus der Hose wachsen” zusehen kann.
Und dann gibt es da noch Experten, die behaupten der Hartz4 Satz wäre zu hoch! Genau diesen Experten wünsche ich 3 Monate ein Leben unter diesen Bedingungen. Mal schauen, wie die “Expertenberechnungen” danach aussehen.












Dieser offene Brief wurde von Christian Bahls von 
Es ist nicht zu fassen. Selbst 134.000 Petitionsstimmen interessieren keinen Menschen. 






